Jugendcamp Otterndorf
SeedatenSeefläche: 6.8ha
Seevolumen: 72800m³
Anlagendaten: Stufe I: Neptunfilter 330m² + 37m², Stufe II: Flockungsfilter 45m², Stufe III: Absetzbecken 38m²
 
Der Badesee im Hinrich-Wilhelm-Kopf-Lager besteht aus verschiedenen Gewässerbereichen, die unterschiedlichen Anforderungen unterliegen. Während der abgetrennte Nichtschwimmerbereich zum Baden genutzt wird, ist der übrige See vorwiegend für Segler und Tretbootfahrer gedacht.

Insbesondere die schlechte Wasserqualität im Nichtschwimmerbecken, sowie eine gelegentliche Algenblüte führten zu der Notwendigkeit, die Wasserqualität durch eine Aufbereitungsanlage zu verbessern. Der Badebereich erfüllte bis dahin nicht immer die Kriterien für die EU-Badewasserqualitätsrichtlinie. Grund für die schlechte Wasserqualität ist der hohe Gehalt an Phosphaten, der zu einer extremen Algenproduktion führt. Eine Hauptursache für den hohen Nährstoffgehalt liegt dabei in der Nutzung des örtlichen Grundwassers als Füllwasser. Dieses Wasser hat eine extrem hohe Nährstoffkonzentration und sorgt damit für ein starkes Algenwachstum. Deshalb sollte einerseits durch einen externen Bodenfilter die bestehende Phosphatkonzentration gesenkt und zwecks einer weiteren Nährstoffreduktion das Füllwasser aufbereitet werden. Als Grundlage für die Auslegung der Wasseraufbereitung dienten die Ergebnisse der durchgeführten Voruntersuchungen durch das Limnologiebüro KLS aus Hamburg.
Um dauerhaft eine Verbesserung der Wasserqualität zu erzielen und zu garantieren, wurde das neue Filterkonzept, welches einen neuen Neptunfilter (Beregnungsfilter) zur externen Wasserreinigung des Seewassers beinhaltet, entwickelt und im Jahr 2008 integriert. Die Besucherzahl des Badesees wurde mit 100.000 Gästen pro Jahr angenommen. Bei der Annahme, dass ein Besucher 0,074 g/m³ Pges in den See einträgt werden allein durch die Badegäste 8900 g/(m³*Jahr) Pges eingebracht. Pges fördert das Algenwachstum und ist somit unerwünscht. Durch den Neptunfilter wird dieser Nährstoff gebunden und steht im Wasser demnach nicht mehr zur Verfügung. Die Leistung der Anlage wird je nach Bedarf gesteuert. Je wärmer es ist und je mehr Badegäste im den See nutzen, desto mehr Wasser wird umgewälzt und auf den Filter geleitet. Die Maximalleistung der Filteranlage beträgt 115 m³/h.
Das Seewasser wird durch ein mit Bojen markiertes Ansaugbauwerk im westlichen Seebereich mittels einer Saugpumpe P1.1 im Schacht S1 entnommen. Im Normalbetrieb beschickt die Pumpe P1.1 den Neptunfilter über Pralldüsen auf der Filteroberfläche. Durch die Verdüsung auf Prallflächen wird der Sauerstoffeintrag im Wasser erhöht. Das Filtermaterial besteht aus Oolith. Nach der Filtration läuft das Wasser über Drainagerohre ab. Ein Teilstrom des gereinigten Wassers, sowie das nachzuspeisende Brunnenwasser werden zudem über Granulat mit hoher P-Bindungskapazität geführt. In diesem zusätzlichen Reinigungsschritt wird dem Wasser zuerst Fällmittel zugeführt und anschließend erfolgt eine Belüftung. Das gereinigte Wasser aus dem Bodenfilter und dem P-Adsorber wird anschließend mit einer Pumpe in das Nichtschwimmerbecken geleitet, wo die beste Wasserqualität erreicht werden soll.
 
Ergebnis der Sanierung
Die Anlage ist seit 2008 in Betrieb. Seit dem Zeitraum der Datendokumentation konnten die Pges-P Konzentrationen zwischen 25 und 36 µg/l gehalten werden. In einer Messung trat ein belastungsbedingter Peak durch den Badebetrieb im Nichtschwimmerbereich von 83 µg/l auf. Als Folge dieser Limitierung konnte die extreme Algenblüte verhindert werden.